letzte weihnacht oder um den fünfundzwanzigsten

weihnachten oh was für ein schlamassel die ganze familie auf drogen oder mindestens besoffen alles liegt in schnee gehüllt die ganze landschaft wunderschön und weiß alle haben denselben teint etwas zu rot vom alk oder von der hitze es wird alles geklärt was sonst nie gesagt werden würde plötzlich sagen alle wen sie lieben und noch mehr was sie an den anderen bis aufs alkgetränkte blut nicht ausstehen können tagelang sitzen alle aufeinander und die nüchternheit kommt erst wieder wenn die supermärkte wieder auf haben so lange sind alle einem zauberhaften rausch verfallen weil sich keiner dem grause nüchtern stellen will alles verschwimmt einer bricht das schweigen mit einem leise angestimmten liede keiner stimmt mit ein weil es ein erfundenes lied ist dessen text auch keiner versteht irgendeine fantasiesprache wahrscheinlich alle schauen sich komisch an und sagen nichts kurz bevor sie das stimmengewirr munter weiter am leben erhalten ein paar sind schon eingeschlafen mit ihren roten gesichtern schauen sie aus wie krebse in rollkragenpullovern wieder einer fängt an zu tanzen es spielt aber keine musik alles verstummt erneut eine komische situation fürwahr

aesthet

Alternative Sternzeichen

Es ist mir peinlich, dass meine Schwester Grundschullehrerin ist, aber ich arbeite dran.

Verschone mich mit guten Ratschlägen, wenn ich gerade körperliche Arbeit verrichte.

Es ist nicht die Anlage, es ist nicht das Licht – es sind die Leute.

Ich hab kein Geld für Essen.

So komisch es ist, wenn zwei Männer sich küssen, so geil ist es, wenn zwei Frauen es tun.

Ein Leopardenpulli ist mir zu konkret.

 

chronist

im rausch der nacht

im gehen über diese fußsache nachdenken und gleichzeitig immer die obersten wohnungsfenstern ansehen. das da sieht aus wie ein vollmond. sterne gibts auch. und raketensausen. oder astronautentinnitus. warum immer weltraumassoziation. die meisten schilder und autos sind rot. diese stadt hat keine brauchbare suchfunktion. man kann höchstens hingehn und nachsehn. und sich korrigieren lassen, von ampeln, schildern, schlenderern und anderen. füße: kalt. über rote ampel gehen.
wahnsinn, wie das geht, dass man gar nicht so weit geht, und schon ist man da wo das so voll und besoffen ist, dass die die kneipentür offenlassen müssen, damit denen keiner erstickt. mit trinksprüche, aber die allerallerprimitivsten. oder halt doch wieder raus. gibt halt bier, aber gibt bier halt? ha ha wenn ich poetisch sein will, das könnt der titel werden. man sagt ja nicht mehr überschrift. überschrift ist volksschuledeutschaufsatz, wo man dazwischen noch zierzeilen macht. auf den topfpflanzenblättern vor mir und dem blick aus dem fenster ist genauso viel staub wie unter meinem bett, behaupteterweise.
was alles gleich leer ist von hinten, wer vorbeigeht und hannibal fliesen vorne. das ist wirklich voll da. wo würde ich stattdessen hingehen, wenn ich mehrere wäre? auch nur da, um meine leisesten zweifel davon zu überzeugen, dass es keine ernsthaften unterschiede macht und übrigens auch keine spaßhaften, ob ich nun hier oder zuhausegeblieben bin. im rücken den ruhestein. ich glaube nicht, dass urs weiß, dass ich ihn ruhestein nenne. ich glaube aber an die straßenbahn und alle, die drinsitzen. super find ich auch das:
<grafik>
extrem super. aber nur kurz. wo bleib der pfeil stecken, wenn er vom schild weg volle kanone in pfeilrichtung lossaust?
ein dreiviertel bier und ein paar bekannte gesichter später habe ich dne geruch der kneie eins zu eins übernommen. hier geht inzwischen allerhand vor sich: ein typ vor mir shcaut seiner freundin, die die gleiche frisur hat, intensiv in die augen. ein anderer typ, der auch die gleiche frisur hat, hat sein shirt ausgezogen und wird dafür lautstark von seinen freunden bejubelt. eine frau trägt einen extra eleganten satin rock und kann gut den hüftschwung richtung klo. ein mädel in lederjacke, passfit – einschub: ein mädel aus der typ-oben-ohne-ecke zieht ihren ausschnitt runter und zeigt einen nippel. gejubel bleibt aus. – einer redet nebenan unfassbar viel. das lederjackenmädel sitzt jetzt schon nicht mehr so nichtmitanzusehen unbequem und puppe auf dem schoß ihres freundes, der nun wichtig auf die uhr schaut. er lacht kurz und meckernd, nimmt einen knappen schluck aus seinem kleinen glas und einen zug zigarette, alles gleichzeitig. er hat eine brille und eine linkslahmgelegte gelfrisur. die person, deren namen ich mir nie merk, nicht weil ich arrogant bin, aber weil wir uns nichts zu sagen haben, reduziert den anfangs erfreuten smalltalk auf dieses weit in der vergangenheit zurückliegende haareschneiden, als wir nacheinander dranwaren; ich gehe nicht darauf ein und füge nahtlos eine andere unterhaltung mit einer anderen person an, die dann nahtlos zum tischfußball übergeht. ich setze mich und mein bier in eine alles im blick und ohr habende dunkle ecke des raums. aus dem nichtraucherbereich zieht ein laues lüftchen herüber, jedes mal, wenn jemand von dort aufs klo oder zur bar geht, am ende riechen sie alle auch wie der staub auf den platiktopfpflanzen da hilft das ganze tapfer-sich-hinter-der-glasscheibe-verhalten nichts. wenn das nebenan ein anderes lokal wäre und die glaswand dazwischen eine landesgrenze und das land auf der anderen seite zum beispiel tirol oder türkei. oder noch ganz was anderes. deutschland. und ich könnte kein deutsch. dann würd ich rübergehen und lauschen. oh, merk ich grade – ich amüsiere mich prächtig allein mit bier und kugelschreiber und papier und was sich reimt ist gut und es geht nicht immer um außen und aber ein bisschen lust hätt ich schon aber nicht auf und naja das muss man aushalt ist ja bloß nett gemein und kommunikativ wie leute mich jetzt ansprechen würden:
1)
leute: ist der noch frei? (stuhl)
ich: ja.
l: kann ich den nehmen? (nimmt stuhl)
2)
leute: was schreibst du denn da?
ich: liebesbrief.
l: darf ich lesen?
(wenn ich noch ein bier trinke, bin ich betrunken) leute lächeln anmutig und tragen das hemd ordentlich mit gürtelrose
reflex: aufs handy schauen. stattdessen: gähnen. es gibt von mir einige kindheitsfotos, auf denen ich mein ohr halte. in letzter zeit wieder öfter gemacht. heute drei oder viermal urtinnitus. wo? gestern in dem geschäft mit dem scherentürgriff. leute tragen arschglatte bobfrisuren und rauchen gestikulativ. die daneb
van allen gürtel, oft dran denken ohne zu wissen was ist. wär ja sonst auch egal wenns egal wär würd ich träumen und zwar so! wär ich ein mann hätt ich einen kinnbartwuchs und würd über die stoppeln streichen wie ein landstreicher über sein land. aber ich hab ja pickel. nebenan: „aber die ganzen medizinstudenten..“ und das was ich weglass, warum lass ich das weg?
leute stützen kinne auf hände und stecken brillenbügel in nasenlöcher und sind überhaupt schiach mit ihren gelhaaren und biermägen und cloudrapvorlieben. ich kann die husten hören, mit dem bob, laut und humorlos und der strumpflänge gerechtwerdend. dass mich niemand sieht, das soll, glaube ich, so sein. mittlerweile im blick: ein haufen brennender tschick, eine fürchterliche flasche wein mit so glitzergeschenkgeburtstagskramband dran – wieder laue nichtraucherluft – ein ventilator, der still und antiquarisch an der decke hängt, weniger gesichter und lege die füße hoch. das nippelmädel zeigt wieder ihren nippel, ihre freundin steigt über sie drüber und wischt ein glas vom tisch. der arschglatte bob sieht stehend wie ein geier aus. jemand riecht nach dem parfum „nicht von hier“
nebenan redet der typ, der vorhin für seine freundin noch ein bier bestellt hat, in unverändertem tempo immer noch unfassbar viel. ich verstrahle einen grad an charme, der gegen null geht, weswegen sich niemand in meine nähe wagt, jedenfalls nicht mit der körpervorderseite in meine richtung, ich kriege höchstens hinterköpfe und parfümierte ärsche ab, so berachtet macht das überhaupt nichts, dass ich gleich wieder gehe. ich kann ja noch ein bisschen biertrinken und gähnen und schreiben, dann tschüss sagen und mich in den nichtraucherraum oder deutschland setzen. wie albern, dieses kramen nach daseinsberechtigung. di- vergessen, wie das wort aufhört, wegen unterbrechung !reality live! wie mich leute ansprechen 1) ist eingetroffen. 2) beinahe auch, wenn seine freunde ihn nicht mit happy birthday…dear bene unterbrochen hätten. die verlegenheit, in die man gerät, während leute das singen, ist nicht cool wegzubehaupten, das geht nicht, hab ich jedenfalls noch nicht erlebt. aus dem nichtraucherraum kommen leute zum rauchen raus und der tüp, dem ich jetzt ein ü aufsetze, weil ich den so doof finde, labert noch immer unverändert seine arme freundin in grund und boden, während sie sich reserviert am hals kratzt und an dem bier nippt, das er für sie bestellt hat. er stellt wagemutig behauptungen auf, sie reagiert verunsichert, der typ mit der gleichen frisur hat seine haare gelockert, stuhl um stuhl entgeht meiner ecke und einer hat seine jacke unter meine füße auf die bank gelegt („ist da noch frei? störts dich, wenn ich da..“) bene hat geburtstag und zwar lautstark und in anwesenheit seiner niesenden liebsten. für die alle gibts jetzt schnaps. und höhlenmenschartiges gegröl. meinwajöeofijwoiefjaölkwöf alksjdf reflex handyschauen ich glaube ich werde überdrüssig des beobachtens und alsdann mich bewegen, sonst fragt bald wer meinen mantel, obs ihn stört, und setzt sich auf mich drauf. bene hat geburtstag und hält sich eine frau vom leib. sie grinst. von allen seiten reden leute auf bene ein. parfumwolke schwebt erneut heran und vermittelt leise: geh, wenn du morgen nach was riechen willst.

aesthet