Mein Herz klopft im Kaffeemaschinentakt und ich weiß nicht, wo die Bremse ist

Ich kann nicht schlafen. Ständig klappern mir irgendwelche Teekannen im Gehirn rum, oder das Besteck fällt klirrend zum Gedankenboden, oder die Gedankensprünge tscheppern und alles macht so einen Höllenlärm, dass ich den Sturm, den echten, draußen, gar nicht mehr hören kann. Mein Herz rast. Mein Magen rumort. Ich habe den ganzen Tag Kaffee in ihn hineingeschüttet – mit Zucker, ohne Zucker, mit viel Milch und Schaum, schwarz und konzentriert – worauf ersteres zurückzuführen sein dürfte. Zweiteres wohl auf die beiden Enchiladas, die dem Kaffee nun (besser spät als nie?) Gesellschaft leisten. Jetzt ist es halb zwei – dass die Uhr umgestellt wurde, passt ganz gut zu meinem Momentanleben, das wie eine Sanduhr immer dann wieder umgedreht wird, wenn sich mal halbwegs was gesetzt hat – und ich rotiere noch immer wie ein Kreisel, obwohl ich längst keine Energie mehr haben kann und sterbensmüde bin. Ein bisschen ist mir zum Heulen zumute, aber das darf ich nicht, es läuft doch alles ganz gut eigentlich. Ich wünschte nur, ich hätte diese verdammten Baldrianpillen von zuhause mitgenommen. Davon eine oder zwei und ich könnte endlich einmal wieder schlafen. Schlafen, das ist mein Stressthema. Vielleicht sollte ich eine Schlafdokumentation drehen, mich selbst als Protagonistin einsetzen und zu dem Schluss kommen, dass der viele Aufwand sich nicht gelohnt hat und dass die Dinge, über die ich nachdenke, während ich anstatt zu schlafen nachdenke, des Nachdenkens nicht die Bohne wert sind und mir dann eine Packung Noctamid oder Benzo kaufen. Dann eine Woche durchschlafen und dann den ganzen Mist wieder löschen, den ich geschrieben habe, während ich nicht schlafen konnte.

aesthet

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